Jahrhundertchance Aktie

DAX_AllzeithochIm Nachhinein ist alles was an den Finanzmärkten passiert fast immer ganz einfach zu erklären. Die kleinen Einbrüche wie auch die große Crashes, als da wären das Platzen der Internet-Blase oder die Pleite des Bankhauses Lehman. Auch die Kursaufschwünge sind im Rückblick alle ganz logisch.
So wird es auch mit dem nächsten Aufschwung sein. Die Begründung für höre ich schon in meinen Ohren klingen, und es wird meiner Ansicht nach eine gewaltiger Aufschwung werden. Und er wird logischer erklärbar sein, als viele vor ihm. Plötzlich allen sonnenklar sein, warum die Aktien ein so starken Schub bekommen mussten. Sie warfen ein Vielfaches an Dividendenrendite ab als langfristige Anleihen an Zinsen und ein Unendlichfaches als kurzfristige Anlagen deren Zinsen bei null lagen.
Was lag da näher, als das Geld in Aktien umzuschichten? Und es werden viele sich dann fragen, warum sie nicht viel früher diese zwangsläufige Logik erkannten, dann nämlich, wenn der größte Teil des Aufschwungs bereits hinter uns liegen wird. So ist es immer und wird es immer sein. Das ist Anatomie der Börse – der ewige Zyklus von Hausse und Baisse.
Noch aber liegt die Aktie als Jahrhundertanlagechance vor uns. Das sind große Worte und sie mögen vielen als verwegen erscheinen nach nun bereits fast sechs Jahren Börsenaufschwung, ausgehend vom Tiefpunkt der Finanzkrise im März 2009. Historisch betrachtet ist der Bullenmarkt damit schon reichlich alt, wohl wahr. Aber historisch betrachtet gab es auch noch nie ein solches Zinsumfeld. Jedes Bewertungsmodell, das neben den Unternehmenskennzahlen wie Gewinn-, Cashflow-, Dividendenrendite und Buchwert den Zins als Parameter einbezieht, zeigt eine klare Unterbewertung der Anlageklasse Aktie.
Weil die Zinsen so gering sind, wird allgemein geglaubt, Anleihen seien in den vergangenen Jahren ein schlechtes Geschäft gewesen. Überall ist doch von den Problemen der Lebensversicherungen zu lesen, noch eine vernünftige risikofreie Rendite zu erzielen. Das wird in der Zukunft auch ein großes Problem sein, und für jeden, der jetzt beispielsweise in Bundesanleihen investiert, werden die Erträge mickrig ausfallen. Doch wer vor ein paar Jahren in Anleihen investiert hat, der hat kein so schlechtes Geschäft gemacht. Denn sinkt der Zinskupon neu ausgegebener Anleihen, dann steigen die bereits früher mit höherem Kupon ausgegeben Papiere im Kurs. So passen sie ihre aktuelle Verzinsung dem Marktzins an. Deshalb sind die Anleihen in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Ihre Rendite fiel gemessen an deutschen Bundesanleihen von über vier auf nun 0,5 Prozent. Aktien haben hier großen Nachholbedarf. Deren Dividendenrendite ist im Durchschnitt nämlich nicht gefallen, sondern sogar leicht gestiegen, weil die Unternehmen ihre Gewinne und Dividenden sogar stärker steigern konnten, als die Kurse stiegen.
Dividendentitel haben sich daher noch gar nicht an das Niedrig-Rendite-Umfeld angepasst. Genau damit rechne ich aber noch. Passiert dies auch nur annährungsweise können Aktien leicht um 50 Prozent zulegen. Stiege der DAX auf 18.000 Punkte, so läge die Dividendenrendite dann bei zwei Prozent, was immer noch das Vierfache dessen wäre, was zehnjährigen Bundesanleihen derzeit abwerfen. Auch hier ließe sich nicht von teuren Aktien sprechen. Und selbst in den USA, wo die Rendite der zehnjährigen Anleihen bei 2,25 Prozent liegt sind nach dem Bewertungsmodell der US-Notenbank Federal Reserve (FED) die Aktien noch unterbewertet. Der faire Wert des S & P 500 Index läge demnach mehr als doppelt so hoch wie sein aktueller Wert gemessen an der durchschnittlichen Gewinnrendite der in ihm enthaltenen 500 Unternehmen.
Im aktuellen Nullzinsumfeld lassen sich die Bewertungsmodelle, wie das der FED, die den Zins einbeziehen, sicher nicht proportional hochhrechnen. Doch in welche Richtung die Kurse drängen sollten, ist eindeutig. Kommt es nicht zu massiven Verwerfungen in der Weltwirtschaft, die die Unternehmensgewinne und deren Ausschüttungen massiv einbrechen lassen, dann kann es eigentlich nur weiter nach oben gehen. Oder die Zinsen steigen plötzlich extrem an, was Aktien im Vergleich dann auch wieder teuer werden lassen würde.
Doch mit beidem ist nicht zu rechnen. Die Minizinserhöhung in den USA war ein Medienereignis, kaum mehr. Ein wirklicher Zinserhöhungszyklus steht nicht bevor. Viel zu niedrig ist die Inflation und zu wenig kraftvoll der Wirtschaftsaufschwung in den USA. In Europa und Japan ist an Zinserhöhungen gar nicht zu denken. Die Notenbanken kaufen sogar massiv Staatsanleihen auf, um anzukurbeln. Jeder der seine Anleihe an die Notenbank verkauft, muss das Geld wieder anlegen. Auch in China werden nun die Zinsen gesenkt. Die Geldmenge M1 expandiert deutlich. In allen wichtigen Regionen und Währungsblöcken herrscht damit geldpolitischer Rückenwind.
Wenn überhaupt dann könnten Störeinflüsse von der Wirtschaft kommen. In den USA schwächen sich die Frühindikatoren ab, in Europa gibt es jedoch klare Anzeichen der Erholung. Größter Unsicherheitsfaktor ist China. Die Wirtschaftszahlen aus dem Reich der Mitte sind wenig belastbar und so tappt die Welt hier etwas im Dunkeln. Doch die Chinesen haben im Gegensatz zur westlichen Welt enormes Ankurbelungspotenzial. Die Zinsen können noch deutlich weiter gesenkt werden.
Alles in allem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Weltwirtschaft gemächlich weiter wächst. Insbesondere für Deutschland sieht es nach wie vor gut aus. Es hilft der schwache Euro der Exportwirtschaft. Doch viel bemerkenswerter ist, dass die Binnenkonjunktur nach jahrelangem Dahindarben endlich läuft. Die Deutschen haben mehr Vertrauen in ihr Land und geben endlich mehr Geld aus.
Einzig und allein bei den Aktien machen sie weiter einen großen Bogen. Dividendenpapiere sind nach wie vor Randgruppenanlage. Dass liegt daran, dass Aktien vorwiegend als Spekulation betrachtet werden und nicht als Unternehmensbeteiligung. Hier liegt das große Missverständnis des deutschen Anlegers. Dass es mit der Aktienbörse einen Marktplatz gibt, an dem diese Beteiligung jederzeit veräußerbar ist, entpuppt sich hier als Nachteil. Weil so die Preisschwankungen täglich, ja durch das Internet mittlerweile sekündlich mit zu verfolgen sind, wirkt das hektische Auf- und Ab der Aktien fast zwangsläufig wie kasinoartige Spekulation. Gerade das vergangene Jahr wie auch der Jahresstart 2016 waren gute Beispiele. Unter langfristige Unternehmensinvestition stellt man sich etwas anderes vor. Wahrscheinlich wäre der deutsche Anleger eher für Aktienbeteiligungen zu begeistern wenn er diese via Zeichnungsschein als private Beteiligung erwerben würde, wie er es in den vergangenen Jahrzehnten für oft dubiose Steuersparmodell zu Hauf getan hat.
Die fehelende Preistransparenz ist auch der Vorteil der ungleich beliebteren Immobilienanlage. Der Preis des eigenen Hauses oder der vermieteten Immobilie sind eben nicht täglich mit zu verfolgen. Wären sie es – denn auch diese schwanken je nach wirtschaftlicher Lage – wären sie wahrscheinlich ebenfalls als Investitionsobjekt unbeliebt.
Es bleibt nur zu hoffen, dass so mancher Anleger aus der Not an Alternativen am Ende eine Tugend macht und sich so doch noch eine Aktienkultur in Deutschland entwickeln kann. Der Kursrutsch zum Jahresanfang stellt ein Sonderangebot dar.

FED im Würgegriff

FedNun soll sie im Dezember aber wirklich kommen, die Zinserhöhung in den USA. Nach einem Arbeitsmarktbericht, der fast einhunderttausend mehr neue Beschäftigte als erwartet ausgewiesen hat, bestehen kaum mehr Zweifel, dass es der US-Wirtschaft gut geht. Entsprechend war die Reaktion am Devisenmarkt. Seit der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten hat der US-Dollar weiter an Stärke gewonnen. Goldman Sachs prognostiziert die Parität zum Jahresende. Mit steigenden Zinsen wird der Dollar als Anlagewährung schließlich attraktiver. Doch was heißt eigentlich attraktiver? Statt Null gibt es dann wahrscheinlich 0,25 Prozent Zinsen. Was für ein Witz! Deshalb sollen sich milliardenschwere Kapitalströme in Gang setzen? Glaubt man den Analystenkommentaren ist das so und auch der Grund dafür, dass seit geraumer Zeit, das Geld aus den Schwellenländern abfließt. Mit gesundem Menschenverstand ist all das nicht mehr zu vereinbaren. Natürlich wird niemand, der sich mit klarem Kopf für Investitionen in Schwellenländern entschieden hat, wegen eines Viertelprozentpunktes mehr Zinsen diese Entscheidung revidieren. Doch das ist egal solange die Spekulation mit dem alten Reflex reagiert. Der Rest ist dann Herdentrieb. Wenn der Trend das ist, dann drauf springen lautet die Devise.
Dass es bei diesen lächerlichen Zinsunterschieden kaufmännisch so gut wie keinen Unterschied macht, in welcher Währung man investiert ist, darüber denkt niemand mehr nach, ganz nach dem Motto der Markt hat recht.
Und so ist es durchaus möglich, dass der US-Dollar noch weiter steigt in Richtung Parität. Was die Stimmung betrifft, so ist der Pessimismus für den Euro und dementsprechende Optimismus für den US-Dollar noch längst nicht wieder da, wo wir waren, als der Euro im Frühjahr nur noch rund 1,05 US-Dollar kostete.

EURUSD

Dass der Greenback jetzt schon überbewertet ist in Bezug auf die Kaufkraftparität, die bei rund 1,25 liegt, interessiert am Devisenmarkt kurzfristig nicht. Die US-Unternehmen spüren es hingegen schon sehr deutlich und kämpfen mit Wettbewerbsproblemen im Export aber auch auf dem heimischen Markt. Die USA haben ein rekordhohes Handelsbilanzdefizit. Normalerweise bräuchten sie eine schwache Währung, um dem entgegenzuwirken. mehr lesen

Kommt die Jahresendrallye?

ZeitungscollageDa ist sie nun die Erholung. Sie war überfällig und setzte genau in dem Moment ein, wo Kursziele von 8.500 in der Community herumgereicht wurden und die Analysten reihum ihre Kursziele für den DAX zum Jahresende gesenkt haben. Es ist die immer alte gleiche Geschichte des Herdentriebes. Und selbst der, der sie eigentlich kennt und schon oft erlebt hat, kann immer wieder mitgerissen werden.
Die Frage, die sich nun stellt, ist natürlich klar. Ist das eine Aufwärtskorrektur im Abwärtstrend oder der Beginn einer Jahresendrallye. Für die Charttechniker ist der Abwärtstrend noch intakt. Aber ab rund 10.600 Punkten DAX würden wohl auch sie grünes Licht geben. Was aktuell viel solider aussieht ist der zurückgelegte Weg nach oben. Während die Erholungen nach der Lösung der Griechenlandkrise und nach dem schwarzen Montag am 24. August so rasant verliefen, dass diverse „Overnight-Gaps“ aufgemacht wurden, sind diesmal keine großen Gaps offen. Ein solches Gap liegt vor, wenn der DAX-Future über oder unter dem 22:00 Uhr Schluss des Vortages eröffnet, und auf diese Kursniveau nicht mehr zurückläuft. Warum ist das problematisch? An rationalen Begründungen mangelt es. Nur die Historie hat gezeigt, dass derartige Gaps in aller Regel wieder geschlossen werden. Seit dem Aktienaufschwung ab März 2009 ist nur ein Gap offen geblieben. Insofern sieht der Aufschwung jetzt solider aus.
Stimmungstechnisch ist er ohnehin gut abgesichert. Viele Stimmungsindikatoren haben das Crashniveau von 2011 fast wieder erreicht, oder überbieten dieses teilweise sogar. Das gilt auch für längerfristige Glättungen. Wir sprechen damit über einen Pessimismus, den es in der Form seit vier Jahren nicht gegeben hat. Dividenden sind der neue Zins und Aktien sind alternativlos, die Schlagsätze aus dem Frühjahr, sind nicht mehr zu hören. mehr lesen

Börsen-Afterwork von GodmodeTrader und Guidants

1508_roadshow_378x300 (002)Eine kleine Deutschlandpremiere – und ich bin dabei! Vom 7. bis 22. Oktober 2015 veranstaltet die Münchner BörseGo AG im Namen ihrer beiden Finanzportale GodmodeTrader (www.godmode-trader.de) und Guidants (www.guidants.com) „Börsen-Afterwork“-Veranstaltungen in insgesamt sieben Städten. Bei fünf Veranstaltungen – konkret in München, Dresden, Hamburg, Stuttgart und Düsseldorf – bin auch ich vor Ort. Sie kommen doch auch, oder?
Freuen Sie sich auf Vorträge zum aktuellen Marktgeschehen, Live-Analysen und -Trading sowie Diskussionsrunden – und das alles in lockerer Atmosphäre. Wer mich sowie die von GodmodeTrader- und Guidants bekannten Experten persönlich kennenlernen oder wiedertreffen möchte, sollte sich am besten sofort die Teilnahme sichern – die Tickets sind nämlich begrenzt. Details, z.B. zu den individuellen Programmen oder der Expertenauswahl, finden Sie hier. Jetzt informieren!

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