Wiederauferstehung

GettyImages_106780916Börsenstimmung zu messen, basiert auf der Idee, das Gegenteil dessen zu tun, was die Masse macht. Denn die Mehrheit der Anleger liegt fast immer schief. Abzulesen ist dies unter anderem an den Stimmungsbarometern, die hier oft zitiert werden. Die großen Zyklen erkennt man jedoch auch sehr gut an den Anlagen, die gerade groß vermarktet werden. Die etwas Älteren erinnern sich alle an den Technologieboom, Ende der 90er Jahre. Eine Neuemission jagte die andere und jedes Unternehmen wurde so dargestellt, als würde es bald Marktführer in seinem Segment sein. Mit dem  Platzen der Internetblase im Jahr 2000 war der Traum dann ausgeträumt. Die Anleger waren auf dem  Boden der Realität angekommen. Doch nach dem Kater kam eine neue Mode auf. Die Emerging Markets. Die findige Investmentbank Goldman Sachs erfand für die großen von ihnen, die am Rande des Aufstiegs in die Reihe der Industrieländer standen, sogar einen eigenen Markennamen: BRIC. Diese vier Buchstaben standen für Brasilien, Russland, Indien und China. Hier sollte man investieren, weil das Wachstum bedeutend größer war, als in den alten Industrieländern. Das versprach große Gewinnsteigerungen für dort ansässige Unternehmen. Fonds und Zertifikate wurden zu Hauf aufgelegt und dem Privatanleger angepriesen. Die Argumentation war durchaus schlüssig. Doch die Idee der Stimmungsanalyse basiert darauf, in genau in solchen Momenten skeptisch zu sein. Egal wie schlüssig die Argumentation auch sein mag, wenn etwas besonders stark promotet wird, ist Vorsicht angesagt. Ganz einfach deshalb, weil in diesen Momenten viele Anleger – zumeist Profis – bereits investiert sind. Die Kurse sind dann bereits stark gestiegen, und die Papiere werden beim Privatanleger abgeladen. mehr lesen

Brokerwahl 2016 . Mitmachen und gewinnen!

Liebe Leser von Rißes Blog,
Sie haben ja sicher schon festgestellt, dass es hier etwas still geworden ist. Das liegt an meiner beruflichen Neuorientierung. Seit 1. März 2016 bin ich Chefstratege bei ayondo markets. Auf der Social Trading Plattform ayondo gibt es ja bereits länger ein Top Trader Profil von mir. Ich werde auch weiter bei der HPM Hanseatische Portfoliomanagement in Anlageausschüssen mitwirken, doch der Schwerpunkt liegt nun auf ayondo.
Ayondo kann mich personell zukünftig so unterstützen, dass sämtliche Inhalte, die ich produziere, auch wieder hier auf dem Blog eingestellt werden. Für die Leser dieses Blogs wird das ein großer Gewinn sein.
Apropos Gewinn. Sie können auch gewinnen, indem Sie bei der Brokerwahl teilnehmen und ayondo zum CFD Broker des Jahres wählen. Egal, ob Sie Kunde bei ayondo sind oder nicht, sie sicher sich die Chance u. A. auf ein Tesla Wochenende, eine Apple Watch und ein MacBook Pro.
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Ich würde mich sehr freuen und werde es Ihnen danken, indem hier zukünftig wieder regelmäßig gebloggt wird.

Hier geht’s zur Wahl >>

Besten Dank
Stefan Riße

Schäubles Sparwahn

EuroDas hätte ich mir auch nicht träumen lassen, dass ich als überzeugter Marktwirtschaftler mit dem Verdi Chef Frank Bsirske irgendwann mal ganz einer Meinung sein würde. Doch mit seiner jüngst geäußerten Kritik an der Sparpolitik von Finanzminister Wolfgang Schäuble hat er zu 100 Prozent Recht. In der aktuellen Zeit partout auf die schwarze Null zu pochen, ist vollkommen verfehlte Finanzpolitik. Schäuble ist Jurist und Schwabe dazu und eben kein Wirtschaftsexperte. Er hält es offenkundig für den besten Zustand, wenn ein Staat einen ausgeglichen Haushalt hinlegt. Schulden sind für ihn automatisch Ausdruck einer mangelhaften Haushaltspolitik.
Er trifft damit in Deutschland vieler Leute Nerv. Der Deutsche ist risikoscheu, Schulden empfindet er als Last und bedrohlich. Doch man stelle sich dieses Credo mal konsequent auf die Weltgeschichte angewandt vor. Nie hätten Staaten Schulden gemacht, Unternehmen und Privatlaute auch nicht. Es gäbe keinen Kredit. Wo stünde die Welt dann wohl? Natürlich Schuldenprobleme wären ein Wort, dass es im Duden gar nicht gäbe, wirtschaftlich wären wir aber wahrscheinlich da, wo wir im 18. Jahrhundert waren. Die großen Entwicklungen in der Welt, der Fortschritt in allen Bereichen, die Massenproduktion, all das wäre ohne Kredit nie entstanden. Denn da waren zwei Parteien beteiligt. Auf der einen Seite diejenigen, die Geld besaßen und bereit waren, dieses zu verleihen, und auf der anderen Seite tatkräftige erfindungsreiche Menschen, die mit dem geliehenen Geld ihre Ideen verwirklichen konnten und die Welt damit voran brachten.
Natürlich spielte bei dieser Finanzierung auch die Aktie eine entscheidende Rolle. Ohne sie wären wir heute auch noch nicht da, wo wir sind, doch ohne Kredit wäre es noch viel weniger gegangen. Nehmen wir nur den Immobilienbesitzt. Wer könnte sich schon zu einem angemessen Zeitpunkt seines Lebens eine Wohnung oder ein Haus kaufen, wenn er den kompletten Kaufpreis vorher hätte ansparen müssen? Spätestens hier wird der Unsinn einer schuldenfreien Welt klar.
Die Haushaltsfalken argumentieren natürlich anders. Natürlich verteufeln sie die Hausfinanzierung nicht, zumindest nicht wenn sie solide und mit hohem Eigenkapitalanteil von statten geht. Sie argumentieren aber, dass in guten Zeiten wie jetzt gespart werden müsse, damit der Haushalt solide ist, wenn konjunkturell mal wieder schlechte Zeiten anbrechen, und Schulden gemacht werden müssen, um die Wirtschaft zu stützen. mehr lesen

Jahrhundertchance Aktie

DAX_AllzeithochIm Nachhinein ist alles was an den Finanzmärkten passiert fast immer ganz einfach zu erklären. Die kleinen Einbrüche wie auch die große Crashes, als da wären das Platzen der Internet-Blase oder die Pleite des Bankhauses Lehman. Auch die Kursaufschwünge sind im Rückblick alle ganz logisch.
So wird es auch mit dem nächsten Aufschwung sein. Die Begründung für höre ich schon in meinen Ohren klingen, und es wird meiner Ansicht nach eine gewaltiger Aufschwung werden. Und er wird logischer erklärbar sein, als viele vor ihm. Plötzlich allen sonnenklar sein, warum die Aktien ein so starken Schub bekommen mussten. Sie warfen ein Vielfaches an Dividendenrendite ab als langfristige Anleihen an Zinsen und ein Unendlichfaches als kurzfristige Anlagen deren Zinsen bei null lagen.
Was lag da näher, als das Geld in Aktien umzuschichten? Und es werden viele sich dann fragen, warum sie nicht viel früher diese zwangsläufige Logik erkannten, dann nämlich, wenn der größte Teil des Aufschwungs bereits hinter uns liegen wird. So ist es immer und wird es immer sein. Das ist Anatomie der Börse – der ewige Zyklus von Hausse und Baisse.
Noch aber liegt die Aktie als Jahrhundertanlagechance vor uns. Das sind große Worte und sie mögen vielen als verwegen erscheinen nach nun bereits fast sechs Jahren Börsenaufschwung, ausgehend vom Tiefpunkt der Finanzkrise im März 2009. Historisch betrachtet ist der Bullenmarkt damit schon reichlich alt, wohl wahr. Aber historisch betrachtet gab es auch noch nie ein solches Zinsumfeld. Jedes Bewertungsmodell, das neben den Unternehmenskennzahlen wie Gewinn-, Cashflow-, Dividendenrendite und Buchwert den Zins als Parameter einbezieht, zeigt eine klare Unterbewertung der Anlageklasse Aktie.
Weil die Zinsen so gering sind, wird allgemein geglaubt, Anleihen seien in den vergangenen Jahren ein schlechtes Geschäft gewesen. Überall ist doch von den Problemen der Lebensversicherungen zu lesen, noch eine vernünftige risikofreie Rendite zu erzielen. Das wird in der Zukunft auch ein großes Problem sein, und für jeden, der jetzt beispielsweise in Bundesanleihen investiert, werden die Erträge mickrig ausfallen. Doch wer vor ein paar Jahren in Anleihen investiert hat, der hat kein so schlechtes Geschäft gemacht. Denn sinkt der Zinskupon neu ausgegebener Anleihen, dann steigen die bereits früher mit höherem Kupon ausgegeben Papiere im Kurs. So passen sie ihre aktuelle Verzinsung dem Marktzins an. Deshalb sind die Anleihen in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Ihre Rendite fiel gemessen an deutschen Bundesanleihen von über vier auf nun 0,5 Prozent. Aktien haben hier großen Nachholbedarf. Deren Dividendenrendite ist im Durchschnitt nämlich nicht gefallen, sondern sogar leicht gestiegen, weil die Unternehmen ihre Gewinne und Dividenden sogar stärker steigern konnten, als die Kurse stiegen.
Dividendentitel haben sich daher noch gar nicht an das Niedrig-Rendite-Umfeld angepasst. Genau damit rechne ich aber noch. Passiert dies auch nur annährungsweise können Aktien leicht um 50 Prozent zulegen. Stiege der DAX auf 18.000 Punkte, so läge die Dividendenrendite dann bei zwei Prozent, was immer noch das Vierfache dessen wäre, was zehnjährigen Bundesanleihen derzeit abwerfen. Auch hier ließe sich nicht von teuren Aktien sprechen. Und selbst in den USA, wo die Rendite der zehnjährigen Anleihen bei 2,25 Prozent liegt sind nach dem Bewertungsmodell der US-Notenbank Federal Reserve (FED) die Aktien noch unterbewertet. Der faire Wert des S & P 500 Index läge demnach mehr als doppelt so hoch wie sein aktueller Wert gemessen an der durchschnittlichen Gewinnrendite der in ihm enthaltenen 500 Unternehmen.
Im aktuellen Nullzinsumfeld lassen sich die Bewertungsmodelle, wie das der FED, die den Zins einbeziehen, sicher nicht proportional hochhrechnen. Doch in welche Richtung die Kurse drängen sollten, ist eindeutig. Kommt es nicht zu massiven Verwerfungen in der Weltwirtschaft, die die Unternehmensgewinne und deren Ausschüttungen massiv einbrechen lassen, dann kann es eigentlich nur weiter nach oben gehen. Oder die Zinsen steigen plötzlich extrem an, was Aktien im Vergleich dann auch wieder teuer werden lassen würde.
Doch mit beidem ist nicht zu rechnen. Die Minizinserhöhung in den USA war ein Medienereignis, kaum mehr. Ein wirklicher Zinserhöhungszyklus steht nicht bevor. Viel zu niedrig ist die Inflation und zu wenig kraftvoll der Wirtschaftsaufschwung in den USA. In Europa und Japan ist an Zinserhöhungen gar nicht zu denken. Die Notenbanken kaufen sogar massiv Staatsanleihen auf, um anzukurbeln. Jeder der seine Anleihe an die Notenbank verkauft, muss das Geld wieder anlegen. Auch in China werden nun die Zinsen gesenkt. Die Geldmenge M1 expandiert deutlich. In allen wichtigen Regionen und Währungsblöcken herrscht damit geldpolitischer Rückenwind.
Wenn überhaupt dann könnten Störeinflüsse von der Wirtschaft kommen. In den USA schwächen sich die Frühindikatoren ab, in Europa gibt es jedoch klare Anzeichen der Erholung. Größter Unsicherheitsfaktor ist China. Die Wirtschaftszahlen aus dem Reich der Mitte sind wenig belastbar und so tappt die Welt hier etwas im Dunkeln. Doch die Chinesen haben im Gegensatz zur westlichen Welt enormes Ankurbelungspotenzial. Die Zinsen können noch deutlich weiter gesenkt werden.
Alles in allem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Weltwirtschaft gemächlich weiter wächst. Insbesondere für Deutschland sieht es nach wie vor gut aus. Es hilft der schwache Euro der Exportwirtschaft. Doch viel bemerkenswerter ist, dass die Binnenkonjunktur nach jahrelangem Dahindarben endlich läuft. Die Deutschen haben mehr Vertrauen in ihr Land und geben endlich mehr Geld aus.
Einzig und allein bei den Aktien machen sie weiter einen großen Bogen. Dividendenpapiere sind nach wie vor Randgruppenanlage. Dass liegt daran, dass Aktien vorwiegend als Spekulation betrachtet werden und nicht als Unternehmensbeteiligung. Hier liegt das große Missverständnis des deutschen Anlegers. Dass es mit der Aktienbörse einen Marktplatz gibt, an dem diese Beteiligung jederzeit veräußerbar ist, entpuppt sich hier als Nachteil. Weil so die Preisschwankungen täglich, ja durch das Internet mittlerweile sekündlich mit zu verfolgen sind, wirkt das hektische Auf- und Ab der Aktien fast zwangsläufig wie kasinoartige Spekulation. Gerade das vergangene Jahr wie auch der Jahresstart 2016 waren gute Beispiele. Unter langfristige Unternehmensinvestition stellt man sich etwas anderes vor. Wahrscheinlich wäre der deutsche Anleger eher für Aktienbeteiligungen zu begeistern wenn er diese via Zeichnungsschein als private Beteiligung erwerben würde, wie er es in den vergangenen Jahrzehnten für oft dubiose Steuersparmodell zu Hauf getan hat.
Die fehelende Preistransparenz ist auch der Vorteil der ungleich beliebteren Immobilienanlage. Der Preis des eigenen Hauses oder der vermieteten Immobilie sind eben nicht täglich mit zu verfolgen. Wären sie es – denn auch diese schwanken je nach wirtschaftlicher Lage – wären sie wahrscheinlich ebenfalls als Investitionsobjekt unbeliebt.
Es bleibt nur zu hoffen, dass so mancher Anleger aus der Not an Alternativen am Ende eine Tugend macht und sich so doch noch eine Aktienkultur in Deutschland entwickeln kann. Der Kursrutsch zum Jahresanfang stellt ein Sonderangebot dar.

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