Diesmal ist alles anders

Geldwelle-300x225„Diesmal ist alles anders“, lautet der Buchtitel der renommierten Wirtschaftsprofessoren Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff aus den USA. Nach dem Lehman-Crash haben sie Boom- und Krachphasen der vergangenen acht Jahrhunderte untersucht und auf Ähnlichkeiten und Parallelen überprüft. Die wichtigste ist im Titel verarbeitet. Denn Kennzeichen jeder Boomphase sind die Erklärungsversuche für die irrationalen Kursentwicklungen, die eigentlich nicht mehr zu erklären sind. Getrieben werden die Kurse am Ende meistens nur noch von der Liquidität, die einem immer größer werdenden Herdentrieb der Anleger einhergeht. Jegliche fundamentale Erdung geht verloren und doch wollen sich natürlich alle, die so wunderschön verdienen, in der Sicherheit wiegen, dass die hohen Preise von Dauer sein werden und keine Übertreibung darstellen.
Der Hinweis der Erfahreneren auf Parallelen zu früheren Boomphasen und der damit einhergehende Gefahr des baldigen Crashs wird von der im Gewinnrausch befindlichen Masse mit konstruierten Unterschieden dahingewischt. „Diesmal ist alles anders“, denn die Fließbandproduktion beschere ewiges Wachstum lautete die Begründung in den Boomjahren vor dem großen schwarzen Freitag im Oktober 1929. „Diesmal ist alles anders“, denn die internationalen Großkonzerne würden über Jahrzehnte stärker wachsen als alles bisher erlebte, weil sie ihre Produkte in der ganzen Welt verkauften. Gemeint waren die 50 größten Unternehmen der USA wie Coca Cola oder auch Procter & Gamble, Philip Morris und Wal Mart, die im sogenannten Nifty Fifty Boom der 60er Jahre weit überdurchschnittliche Bewertungen aufwiesen, die sich schließlich im anschließenden Krach jedoch auch wieder verflüchtigten. Und „diesmal ist alles anders“ hieß es natürlich auch im Jahr 2000, als die Technologieaktien durch die Decke gingen und es kein Halten mehr gab. Diesmal war es das Internet, das unendliches überdurchschnittliches Wachstum für jedes Unternehmen bescheren sollte, wenn es doch nur dot.com im Namen hatte und irgendeinen Service im World Wide Web anbot. Das Ende der Geschichte ist bekannt.

„Diesmal ist alles anders“ ist auch aktuell zunehmend häufiger zu vernehmen. Seit nunmehr sechs Jahren steigen die Aktien. Historisch gesehen also ein alter Bullenmarkt, der die Frage nach einem möglichen baldigen Ende aufkommen lässt. Doch im Gegensatz zu den vorher genannten Beispielen sind es diesmal nicht Erklärungsversuche die auf eine verheißungsvolle Zukunft verweisen um historisch betrachtet zu hohe Bewertungen zu rechtfertigen, es wird an die Bewertungsrelationen im Heute ein Fragezeichen gemacht. Denn gelten diese überhaupt noch, wenn der Zins bei Null ist? Oder ist diesmal wirklich alles anders und Aktien sind auch noch mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 oder 30 billig, weil die Dividendenrendite trotz dessen weit höher liegt als die zehnjähriger Staatsanleihen? Der Leser sieht mich selbst etwas ratlos. Im Internetboom war für den Erfahrenen ganz einfach durchschaubar, dass die Begründungen für die absurden Kursläufe an den Haaren herbeigezogen waren und der Wahnsinn ein bitteres Ende nehmen würde. Die Frage war nur wann genau? Doch diesmal hat die Begründung mehr Gehalt. Sobald der aktuelle Zins in die Bewertungsmodelle einfließt, sind Aktien plötzlich nicht mehr teuer. Also alle Erfahrung über Bord werfen. Stimmungsindikatoren und ihre aktuellen Warnsignale ad acta legen und mittanzen? Vielleicht ist es das richtige in dieser historisch einmaligen Zinssituation. Doch ich kann es nicht. Wenn diesmal erstmals wirklich alles anders ist, dann werde ich nicht dabei gewesen sein. Denn ich warte zumindest auf einen größeren Rückschlag mit anschließender Konsolidierungsphase.

Jahresausblick 2015

2015 new year signAntizyklisches Handeln hat sich auch 2014 im Grunde wieder als richtig erwiesen. Ein Jubeljahr für die Aktie sollte es werden und Gold wurde nur noch eine magere Zukunft voraus gesagt. Aus Sicht des Euro-Anlegers kam es jedoch anders. In Euro gerechnet legte Gold rund zehn Prozent zu. Der DAX hingegen ist für viele Analysten eine Enttäuschung. Er legte kaum zu und notiert nicht wie prognostiziert deutlich über 10.000 Punkten.

Den größten Irrtum gab es erneut bei den Zinsen. Unisono glaubten alle daran, dass die langfristigen Zinsen 2014 wegen der anziehenden Weltkonjunktur steigen würden. Doch Pustekuchen, aktuell sehen wir neue Rekordtiefs bei den Zinsen europäischer Anleihen. Natürlich konnte niemand erahnen, dass Waldimir Putin und sein Russland die Krim annektieren würden, doch auch in anderen Teilen der Welt, wie beispielsweise China und Brasilien schwächte sich die Konjunktur ab. Von den fünf großen Börsen brachte eigentlich nur die Wall Street ansehnliche Gewinne, vor allem aus Sicht des Euro-Anlegers, der mehr als von den Aktienkurszuwächsen von einer Aufwertung des Dollars profitierte.

Welche Kursentwicklung legen nun die Stimmungsindikatoren für 2015 nahe?
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Jahresendrallye?

BulleundBär“Die Börse ist keine Einbahnstraße”, lautet die wohl unumstrittenste Börsenweisheit. An der Wall Street konnte man in den vergangen Tagen allerdings den Eindruck bekommen, dass selbst diese Börsenweisheit angezweifelt werden muss. Selbst wenn die Vorgaben der anderen Börsen negativ waren, was sich auch in den Preisen der Terminkontrakte auf die wichtigsten US-Indizes zuvor ablesen ließ, konnten die Verluste fast immer in der regulären Börsensitzung an der Wall Street wieder wett gemacht werden. Kurzum, es tut sich derzeit der Eindruck auf, als wenn die Wall Street nach unten abgesichert wäre.

Es stellt sich daher zwangsläufig die Frage, ob wir uns bereits in einer Jahresendrallye befinden und man den Zug nicht verpassen sollte. Was die Geldpolitik betrifft, so liegen die Tatsachen auf dem Tisch. Die Federal Reserve (FED) in den USA fährt die Anleihekäufe auf Null runter. Die Europäische Zentralbank (EZB) kauft den Banken faule Kredite ab, und die Bank of Japan gibt Vollgas. An den geldpolitischen Fakten dürfte sich bis zum Jahresende auch nichts mehr ändern. Auch die von der EZB erhofften Staatanleihekäufe sollten nicht mehr in diesem Jahr beginnen. mehr lesen

Neue Webinare bei ayondo

Portrait4Liebe Leserinnen und Leser,

es geht wieder los. Ich freue mich auf Ihre Teilnahme in den neuen Webinaren zusammen mit dem Social Trading und CFD-Anbieter ayondo. Start ist morgen, am 12. November mit einer Premiere des neuen Webtalks mit Daniel Saurenz und mir: “Gib ihm SauRiß!”

Der etwas andere Blick auf die Finanzmärkte mit Daniel Saurenz und Stefan Riße

In diesem Webinar geht es um alles, was mit Wirtschaft und Börse zu tun hat. Daniel Saurenz, langjähriger Journalist und Finanzmarktexperte und ich diskutieren wöchentlich die Themen, die die Märkte und uns alle bewegen. Ob fundamental oder technisch, wir analysieren die Börsen aus allen Blickwinkeln, mit einem speziellen Blick von mir natürlich auf die Stimmung und Anlegerpositionierung.

Das besondere an diesem Webtalk: Unterhaltsam und humorvoll soll es zugehen, auch ein bisschen gegenseitige Schelte und Kritik zu unseren und Ihren Prognosen muss erlaubt sein. Die Fragen der Teilnehmer werden gern beantwortet und daraus neue Ideen für die kommenden Webinare entwickelt. Also machen Sie mit und melden sich jetzt zum neuen Ayondo-Webtalk an.

Fundamental – Liquiditätsabhängig – Stimmungstechnisch 

Das sind die drei Faktoren, nach denen ich mir eine Meinung zu den jeweiligen Anlageklassen und Wertpapieren bilde und meine Anlageentscheidungen vor allem für den Riße Inflation Opportunities Fonds UI treffe. Ab Donnerstag, 13. November, wöchentlich immer um 15 Uhr lasse ich Sie an meinen Gedanken teilhaben und freue mich auf Ihre Fragen im neuen Börsenausblick zusammen mit den Social Trading und CFD-Anbieter ayondo.

Mehr zu diesen beiden neuen Webinaren und die passenden Anmeldelinks finden Sie hier.

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Kurzkommentare gibt es nun auch wieder hier im Blog und weiterhin natürlich auf meinem Expertendesktop bei Gudiants.

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