Monatsarchiv: September 2011

Gold unterstreicht Konsolidierungsphase

Die jüngste Kursentwicklung beim Gold ist sehr typisch für einen konsolidierenden Markt. Nachdem die Feinunze gestern bereits wieder 1.670 US-Dollar pro Feinunze erreichte, ist der Preis zwischenzeitlich wieder auf die 1.585 US-Dollar abgesackt, um jetzt bei 1.630 zu notieren. Der Euro notiert jedoch auf etwa dem gleichen Niveau wie gestern, als Gold bei 1.670 Dollar lag, was die relative Schwäche des Goldes unterstreicht. Das ist ein Indiz dafür, dass sich die Konsolidierungsphase fortsetzt. Auch die Kommentare zum jüngsten Goldsturz zeigen den nach wie vor zu großen Optimismus. So wird der Absturz zu einer reinen technischen Angelegenheit verklärt, ausgelöst durch die Margin-Erhöhungen seitens der Terminbörse COMEX. Tatsächlich zeigt dies nur, wie viel hoch gehebelte spekulative Engagements es gab und sicher immer noch gibt, wenn eine solche Margin-Erhöhung die Anleger sofort in Liquiditätsnot bringt. Vielfach ist auch von den günstigen Einstiegsmöglichkeiten zu lesen und zu hören, die sich jetzt bieten. Zwar bleibe auch ich längerfristig äußerst optimistisch fürs Gold, doch für einen Einstieg dürfte der Markt erst reif sein, wenn ich mich mit dieser Meinung nicht mehr in so großer Gesellschaft befinde. weiterlesen

Da ist die Goldkorrektur!

„Auch mein Körpergewicht in Gold aufgewogen, würde ich nicht gegen meine Börsenerfahrung eintauschen“, sagte Börsenlegende André Kostolany stets, wissend, dass Erfahrung der mit Abstand wichtigste Schatz ist, über den ein Börsianer verfügt. Und er hatte Recht, wie sich am Absturz des Goldpreises wieder zeigt. Denn es war ebendiese, die erfahrene Börsianer im Gold zuletzt vorsichtig werden ließ. Dabei war es nicht allein der vorherige steile Anstieg oder die mit Optimismuswerten von über 80% überhitzten Stimmungsindikatoren, die auf eine bevorstehende stärkere Korrektur hinwiesen. Vor allem war es der bereits zehnprozentige Absturz innerhalb von drei Tagen vor fast genau einem Monat, der einen Hinweis darauf lieferte, dass eine ausgedehntere Korrektur bevor steht. Denn solche Kursstürze waren in der Vergangenheit größeren Korrekturen meisten vorausgegangen. In meinem Beitrag „Nervenprobe für Goldfans“ hatte ich auf diese Gefahr auch hingewiesen und die Widersprüche, die ich daraufhin erhielt, bestärkten mich in meiner Meinung, dass der Markt überhitzt ist. Die Anatomie des Goldpreisverlaufes in den vergangenen vier Wochen ist nun sehr leicht zu interpretieren. Nach dem erwähnten Absturz nahm der Optimismus zunächst ab, was auch im kurzfristige Akteure erfassenden Hulbert Gold Newsletter Sentiment Index (HGNSI) zu erkennen war, der von + 40,3 Prozent Optimisten auf + 20,3 % Optimisten zurückging. Doch die Tatsache, dass der Preis für die Feinunze Gold dann doch ganz schnell wieder nach oben lief und mit 1.920 US-Dollar seinen alten Rekorde zumindest leicht überbieten konnte, ließ die Pessimisten verstummen. Ich muss zugegeben, dass die neuen Höchstkurse auch nicht in mein Bild passten. Ich war davon ausgegangen, dass bereits der damalige Kurssturz, den Beginn der längeren Korrektur darstellte. Zwar ist es durchaus typisch, dass die Kurse nach einem ersten kräftige Sturz sich nochmals zu neuen Höchstständen aufmachen, bevor es richtig runter geht, es hatte damals aber zuvor auch schon einen Intraday-Sturz von 90 Dollar gegeben, den ich als einen solchen Vorboten interpretiert hatte. Tatsächlich war dieser Vorbote dann aber erst der zehnprozentige Absturz in drei Tagen beginnend am 23. August. weiterlesen

Kaufsignale!

Positiv denkende Menschen sind im Leben besser dran als ihre entsprechenden Pendants. Welche Widrigkeiten auch auftreten, es bleibt ihnen immer die Hoffnung und der Glaube daran, dass am Ende doch alles noch gut ausgehen wird. Ich zähle mich zu dieser Spezies und bin dafür auch dankbar, auch wenn ich eingestehen muss, dass diese Eigenschaft einem an der Börse auch zu so mancher Fehleinschätzung verleiten kann, indem man die Dinge oft ein wenig zu positiv sieht. In fast jeder Abwärtsbewegung der vergangenen 25 Jahre schaltete ich zu früh auf Optimismus um, wie auch in der jüngsten. Es mag auch damit zu tun haben, dass ich als Kolumnist mit dem  Sprachrohr zur Öffentlichkeit, lieber Hoffnung anstatt Angst verbreite. Denn die Mehrheit der Anleger setzt ja nicht auf fallende Kurse, sondern hat Aktien und Aktienfonds im Depot und leidet, wenn es nach unten geht.

Verliert aber die Mehrheit ihre Hoffnung, dass es sich nochmals wieder bessern könnte, dann spätestens ist der Zeitpunkt reif, einzusteigen. Dieser Moment hat bisher immer noch gefehlt, doch nun ist er ganz nah, oder womöglich schon da.

Die schlechten Nachrichten aus der Eurozone und auch vom Verbrauchervertrauen aus den USA haben die Stimmungsindikatoren innerhalb von einer Woche nochmals deutlich tiefer in die pessimistischere Zone gedrückt. Vor allem die US-Börsenbriefe, die sich lange noch im viel zu optimistischen Bereich bewegt haben, scheinen nun auf Pessimismus umzuschalten. Erstmals seit dem Flashcrash im Mai 2010 sind wieder mit 40 Prozent fast genauso viele Börsenbriefe optimistisch wie pessimistisch. Zugegeben, die Grafik zeigt sehr deutlich, dass es auch noch schlechter geht. weiterlesen

Korrelationen geraten außer Kraft

Die jüngste Abwärtsbewegung an den Aktienmärkten weißt einige Besonderheiten im Vergleich zu den vorherigen auf. Es fällt auf, dass der Goldpreis nicht mehr negativ, sondern sogar positiv mit den Aktien korreliert. Das hängt natürlich auch mit dem Dollarkurs zusammen. Dieser scheint für den Feinunzenpreis nun wieder der entscheidendere Orientierungspunkt zu sein. Denn der US-Dollar hat in den vergangenen Tagen deutlich zugelegt und zwar nicht nur gegenüber dem Euro. Es handelt sich insofern nun um keine ausgemachte Euro-Schwäche, sondern um eine Dollarstärke. Das lässt sich auch am Verhältnis des Euros zum Britischen Pfund und zum Schweizer Franken ablesen. Hier hat er in den vergangenen Tagen deutlich zugelegt und gegenüber dem Pfund gestern Abend kaum und gegenüber dem Franken fast gar nicht verloren, als er zum Dollar gestern auf Talfahrt ging.
Was ist hieraus abzuleiten? Zunächst ist die Euro-Schwäche nicht mit der bisherigen und schon gar nicht mit der im vergangenen Jahr auf dem Hochpunkt der Eurokrise zu vergleichen. Hier auf einen weiteren Verfall zu setzen, schneit mir gefährlich, da der Euro nicht richtig nach unten in Gang kommt, obwohl die Nachrichten grottenschlecht sind, wie die jüngste Herabstufung der italienischen Banken zeigt. Verwunderlich ist dies nicht, da die Stimmung für den Euro zumindest im angelsächsischen Raum schon seit langem sehr schlecht ist. Dies war vor allem auch an den Optionspreisen abzulesen, wo für Euro-Puts seit Monaten weit mehr bezahlt werden muß, als für rechnerisch eigentlich gleich zu bewertende Calls.
Was den Schweizer Franken betrifft, so gibt es womöglich derzeit ein „Long Squeeze“ . Weil ein weiterer Verfall zunächst nicht möglich scheint, weil die Schweizer Nationalbank (SNB) dagegen hält, werden Short-Positionen aufgelöst. Doch weit wird die Rallye meiner Ansicht nach nicht gehen, weil die SNB dann ihre enormen Devisen bzw. Euro-Reserven verkaufen wird. Dennoch längerfristig glaube ich nicht, dass sie den Kurs von 1,20 halten kann. Wenn der Kurs jetzt zunächst weiter fällt, gibt es gute Gelegenheiten für Long-Positionen im Franken.

DAX zeigt sich als Frühaufsteher

Gleich heute Morgen legt der DAX innerhalb der ersten 50 Minuten rund 50 Punkte zu. Ich kann mich täuschen, aber mir macht er nach den erwarteten Verlusten im Anschluss an den großen Verfallstag an der Eurex am vergangenen Freitag einen sehr widerstandskräftigen Eindruck. Man darf nicht vergessen, dass das aktuelle Niveau noch immer als sehr tief zu bewerten ist. Insofern bleibt weiteres Erholungspotenzial. Wichtig bleibt die von mir schon vor Wochen aufgeworfene Marke im S&P 500 von 1.197,50 Punkten. Diese ist entscheidend, weil es exakt das Schlussniveau des S&P 500 Futures vor der Herabstufung des US-Kreditratings durch Moody’s war. Aktuell notiert der 500 Werte umfassende US-Index wieder darüber. Nachhaltigkeit, also eine Entfernung nach oben von dieser Marke über einen längeren Zeitraum, würde wahrscheinlich einen Aufwärtstrend etablieren. Vom Sentiment-Gesichtspunkt ist dies allemal drin. Der Hulbert Stock Newsletter Sentiment Index (HSNSI) notiert aktuell bei – 11,80 Prozent, was bedeutet dass die hier erfassten kurzfristig agierenden Börsenbriefschreiber empfehlen per Saldo mit 11,8 Prozent des Kapitals short zu gehen. Zum Vergleich, im Juli, vor den Einbrüchen, notierte dieses Barometer bei + 48,1 Prozent. Vom Standpunkt des Antizyklikers spricht dies eher für steigende als für fallende Kurse. weiterlesen

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    04/06/2013   14:15 Uhr
 
   
 

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