Gold unterstreicht Konsolidierungsphase

Die jüngste Kursentwicklung beim Gold ist sehr typisch für einen konsolidierenden Markt. Nachdem die Feinunze gestern bereits wieder 1.670 US-Dollar pro Feinunze erreichte, ist der Preis zwischenzeitlich wieder auf die 1.585 US-Dollar abgesackt, um jetzt bei 1.630 zu notieren. Der Euro notiert jedoch auf etwa dem gleichen Niveau wie gestern, als Gold bei 1.670 Dollar lag, was die relative Schwäche des Goldes unterstreicht. Das ist ein Indiz dafür, dass sich die Konsolidierungsphase fortsetzt. Auch die Kommentare zum jüngsten Goldsturz zeigen den nach wie vor zu großen Optimismus. So wird der Absturz zu einer reinen technischen Angelegenheit verklärt, ausgelöst durch die Margin-Erhöhungen seitens der Terminbörse COMEX. Tatsächlich zeigt dies nur, wie viel hoch gehebelte spekulative Engagements es gab und sicher immer noch gibt, wenn eine solche Margin-Erhöhung die Anleger sofort in Liquiditätsnot bringt. Vielfach ist auch von den günstigen Einstiegsmöglichkeiten zu lesen und zu hören, die sich jetzt bieten. Zwar bleibe auch ich längerfristig äußerst optimistisch fürs Gold, doch für einen Einstieg dürfte der Markt erst reif sein, wenn ich mich mit dieser Meinung nicht mehr in so großer Gesellschaft befinde.
Beim jüngsten Aktienmarktabsturz war es genauso. In den ersten Tagen, als der DAX von 7.000 in Richtung 6.000 fiel, war noch von günstigen Einstiegsmöglichkeiten zu lesen, jetzt reden davon nur noch vereinzelte Experten. Die anderen reden vom unausweichlichen Zusammenbruch des Euros und das damit für die Aktienmärkte alles noch viel schlimmer kommen müsse. Der Hulbert Gold Newsletter Sentiment Index (HGNSI), der kurzfristig agierende Goldmarktakteure in den USA erfasst, zeigt auch den schon wieder aufflammenden Optimismus für das Edelmetall. Nach drei Tagen im Minus, ist er nun bereits wieder auf + 7 gesprungen.


Quelle: Finanzwoche

Positiv zu bewerten ist jedoch die Tatsache, dass die jüngste Umfrage von Consensus nur noch 54 Prozent Goldoptimisten gezählt hat. In der vergangenen Woche waren dies noch 74 Prozent und die Wochen davor hatte dieser Index länger über 80 Prozent notiert. Werte um 50 Prozent sollte es jedoch über einen längeren Zeitraum geben, bevor von einer Absicherung nach unten aus stimmungstechnischer Sicht gesprochen werden kann. Denn es hat auch einige Wochen gedauert, bis der übertriebene Optimismus zu einem markanten Rückschlag geführt hat.

  • http://devisen-handeln.org Frank Eschmann

    Obwohl ich Gold gegenüber langfristig gesehen ebenfalls bullish eingestellt bin, warte ich mit dem Eröffnen neuer Positionen noch ein wenig. Wenn die Banken, ausgehend von Griechenland, demnächst reihenweise pleite gehen (wovon ich einfach ausgehe) könnte es passieren, dass von ihnen gigantische Edelmetallbestände auf den Markt geworfen werden, um in Liquidität getauscht zu werden. Danach wird es meines Erachtens neue günstigere Einstiegspositionen für Gold geben, das angetrieben von der folgenden Inflation wieder steigen wird. Silber hingegen kaufe ich jetzt schon, denn nach 2 Margin-Erhöhungen an der COMEX und in der Folge drastischen Preisstürzen halte ich das Metall für extrem unterbewertet und gehe davon aus, dass es nicht mehr groß fallen kann. Die 50$ könnten wir bei einer anziehenden Konjunktur 2012 durchaus schaffen, bis Jahresende wird es angesichts der drohenden (oder bereits vorhandenden) Rezession allerdings schwer für Silber, noch mal große Sprünge zu machen.

    • Stefan Riße

      Stimmen ihnen in jedem Punkt zu!

  • J. Krogmann

    Die Korrektur dürfte im letzten Stadium sein, da ein Goldhändler auf seiner Seite veröffentlicht “Zentralbank der Eurozone verkauft … 4,6 t Gold im Wert von 181 Mio Euro…”.
    Zwar nur ein kleiner Verkauf, in der Regel liegen die Verkäufe aber immer ungünstig, was die Entwicklung und Einschätzung der Zentralbank betrifft, vgl. dazu die Verkäufe anderer Zentralbanken.
    Gruß

    • Stefan Riße

      Vollkommen richtig beobachtet. Legendär der Verkauf der der der Bank of England zu Tiefstpreisen bei unter 300 Dollar. Auch die Sentiments zeigen sich zunehmend pessimistischer fürs Gold, was auf eine Stabilisierung hindeutet. Werde mich dazu auch noch in den kommenden Tgaen auslassen.

  • O. Mayer

    Hallo Herr Riße
    Die Börse fällt, Gold steigt:
    Ich glaube wir könnten kurtz die 1720 wieder sehen.
    Dann Einstiegskurse bei 1485 -1520 auf Sicht von 4 Wochen.
    Aber die Euro Kriese ist wieder aktuell und die Nachfrage nach Gold für zu Haus ist auf Rekordstand.
    Inflation ist noch hoch, kutz es gibt zu Gold keine Alternative.

    Otmar

    • Stefan Riße

      Längerfristig haben Sie auf jeden Fall recht und kurzfristig sehe ich es auch so, dass es eher nochmals nach oben geht, bevor wir dann in die von ihnen genannte Range gehen.

  • Michael Schumann

    Lieber Herr Risse,

    wo sehen Sie denn aktuell den Boden bei der Konsolidierung des Goldpreises, von wo aus es wieder aufwärts geht – mithin, wann kann man nachkaufen? Oder sollte man erst einmal ganz aussteigen?

    Liebe Grüße

    Michael Schumann

    • Stefan Riße

      Ganz aussteigen war ohnehin nicht mein Rat. Wer ungehebelt im Goldunterwegs ist, der kann auch drin bleiben und solche Schwächephasen aussitzen oder eher für Nachkäufe nutzen. Mit Hebel, so wie ich es mache, muss man aber auch Mal verkaufen. Ich habe dies das erste mal seit sechs Jahren komplett gemacht und war sogar kurz short. Das wollte ich meinen Lesern aber nicht raten, weil solche taktischen Engagements, bei denen man gegen den eigentlichen fundamentalen Trend handelt, immer gefährlich sind. Auf welchen Niveau Gold wendet, ist im Voraus nicht zu sagen. Das hängst von den Stimmungsindikatoren ab. Wo der Goldpreis dann notiert, wenn diese entsprechenden Pessimismus anzeigen, lässt sich jetzt nicht sagen. Es kann das aktuelle Niveau sein, aber auch darunter. Verfolgen Sie einfach meinen Blog weiter. Ich werde hier rechtzeitig darauf aufmerksam machen, wenn ich den Zeitpunkt für Käufe sehe.

  • L. Ehrentreich

    Hallo Herr Riße,

    ist ihre Empfehlung aus Focus-Money bezüglich des ZKB Gold ETF Hedged CHF auch nach der Fixierung CHF/€ noch aktuell oder ist der Hedgingeffekt damit verpufft?

    • Stefan Riße

      Nein, ich halte daran fest, weil ich glaube, dass die SNB den Kurs nicht ewig wird halten können.

  • Crura

    Hallo Herr Risse,

    wie schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, daß der Euro durch lokale Währungen ( im Falle Deutschlands durch die DM2 ) abgelöst wird?
    Ist die Eurokriese in Wahrheit nicht vor Allem eine Schuldenkriese, die durch Herabstufungen der amerikanischen Rating-Argenturen vorsätzlich in Gang gesetzt/ beschleunigt wurde? ( Euro soll vor dem $ sterben ).
    Ist die Schuldenkrise überhaupt noch in den Griff zu bekommen?
    Mein Eindruck ist, daß selbst wenn sich die Lage stabilisieres sollte, die Amerikaner dann damit beginnen werden, Länder wie Frankreich und Deutschland herabzustufen, und damit dem Euro den Totesstoß zu versetzen.
    Wie ist Ihre Einschätzung dazu?

    MfG.

    Crura

    • Stefan Riße

      Die Rating Agenturen sollten wir nicht überschätzen. Sie können eine solide Währung nicht zerstören, so wie sie Subprimes auch mit Tripple A Noten nicht vor dem Untergang schützen können. Ich sehe auch diese politische Motivation der Amerikaner nicht und auch nicht, dass es ist erster Linie eine Schuldenkrise ist. Es ist in Euroland eine Krise der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit, die sich durch Währungsabwertungen nicht mehr wieder herstellen lässt. Und es könnte tatsächlich so sein, dass es am Ende wieder nationale Währngen geben wird, um diese Möglichkeit wieder zu heben. Nur die Inflation, die in Deutschlanbd entsprechend höher ausfallen müsste als in den wettbewerbsunfähigen Problemländern kann den Euro noch retten, indem erstens die Wettbewerbsunterschiede wieder ausgeglichen werden und zweitens die Schulden durch die Geldentwertumng ebenfalls entwertet werden.

Rißes Blog TV

 

Live Erleben & Buchen

  • Zur Zeit keine Termine vorhanden
 
   
 

Kategorien

 
 

Archiv