Schwierige Stimmungsanalyse

Die Interpretation des Stimmungsbildes ist wirklich nicht einfach derzeit. Natürlich gibt es die Fraktion, die schon lange für Aktien als bessere Alternative zu Anleihen und als Inflationsschutz trommelt und jetzt natürlich durch die Bestätigung seitens der steigenden Kurse weiter optimistisch ist. Da ihre Marktmeinung zu den Kursen passt, werden sie jetzt nur häufiger zitiert.
Sieht man sich die BVI-Fonds-Statistik an, dann sieht man hier seit Monaten nur Aktienfondsrückgaben. Das bedeutet, der generelle Bias ist für Aktien sicher noch nicht richtig positiv. Mir fehlt auch noch in der täglichen Wirtschaftspresse wie dem Handelsblatt die positive Stimmung. Da wird aktuell eher vor einem Rückschlag gewarnt. In der Jahresanfangsrallye stellte sich das ganz anders da. Da gab es plötzlich eine Titelgeschichte mit positivem Tenor etc. Auch Dirk Müller schwenkte damals von Pessimist zu Optimist (Titelgeschichte Focus Money) um, derzeit ist er aber der Auffassung, dass alle ganz unkalkulierbar sei.
Stimmungsindikatoren sind eben keine harte Fakten, sondern nur ein Hinweis auf die Positionierung der Anleger, der aber auch falsch sein kann. Derzeit habe ich eher das Gefühl, das der Optimismus noch nicht mit großen Positionen unterlegt ist, sondern die großen Adressen eher zu vorsichtig waren und nun irgendwie noch rein müssen. Das sollte den Markt nach unten absichern. Will heißen, eine Korrektur ist noch nicht zwingend, kann aber kommen, sollte dann aber begrenzt sein. Gar nicht investiert zu sein, stellt insofern ein Risiko dar. Allerdings ist das der Blick auf Europa. Die USA bleiben mit zu guten Stimmungsindikatoren das größte Risiko aus diesem Blickwinkel. Allerdings lese ich mit großer Freude jeden Mittwoch die technischen Kommentare von der Wall Steet in der FAZ. Auch hier überwiegt nach wie vor die Skepsis, die im Sommer vergangenen Jahres, vor dem Krach, plötzlich verflogen war.

  • Herbert

    soweit ich das mitbekommen habe, waren die Umsätze im DAX in den letzten Monaten nicht so extrem hoch, oder?
    Das würde für einen grundsätzlichen Aufwärtstrend sprechen. Auch China sollte im Fokus bleiben, das dort vorhandene und offensichtlich weiter im Umfang zunehmende Geld könnte in den (europäischen) Aktienmarkt fließen.
    China scheint voll auf wirtschaftliche Entwicklung zu setzen. Amüsant, dass ein kommunistischer Staatsmann Frau Merkel beim letzten Besuch ziemlich deutlich an das Investieren erinnern musste, fast unglaublich..
    Aber das wird schon noch…

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