Auch nach QE 3 keine Gewinnmitnahmen!


Die von mir favorisierten Märkte befinden sich offenbar in einer technisch sehr stabilen Verfassung. Denn nach EZB und Bundesverfassungsgericht hat nun gestern auch die Federal Reserve in New York, das getan, was die Börsianer sich erhofft haben. Doch die üblichen Gewinnmitnahmen auf das „Fait Accompli“, also die vollendete Tatsache, bleiben bisher aus. Und dies lässt sich nicht etwa damit erklären, dass es positive Überraschungen gegeben habe. In Bezug auf das Volumen bleibt Quantitative Easing 3 mit 40 Milliarden US-Dollar pro Monat unter den Erwartungen der Analysten. Positiv sehe ich allerdings, dass nicht Staatsanleihen, sondern hypothekengesicherte Anleihen gekauft werden. Dies stützt den amerikanischen Immobilienmarkt, was sich für die Konjunkturstützung als effektiver erweisen sollte. Zuletzt gab es ja bereits eine gewisse Stabilisierung der Hauspreise. Stellt sich diese nun als nachhaltig heraus und können die Besitzer ihre Hypotheken zu günstigeren Zinsen umschulden, ergibt sich hier eine klare Stütze für die US-Konjunktur. Eine nachhaltige Wende bedeutet dies zwar noch nicht, dafür wären Strukturreformen und vor allem eine Verbesserung des Bildungssystems notwendig, kurzfristig könnten so aber plötzlich positive Nachrichten entstehen, die dann als Begründung für die Kursgewinne an den Aktienmärkten herangezogen werden. Das erhöht dann den Herdentrieb, denn die Anleger brauchen ja Argumente, um mit gutem Gewissen dem fahrenden Zug hinterherlaufen zu können. Dabei bemerken sie dann wie immer gar nicht, dass es diese Argumente nur gibt, weil sie gerade zu den Kursen passen.
Denn am Ende kommt es darauf an, wie stark die Anleger bereits positioniert sind. Hier sehen wir an der Stimmungsfront bei Consensus einen weiteren Anstieg auf 72 Prozent. Beim Hulbert Stock Newsletter Sentiment Index gibt es hingegen keinen weiteren Anstieg, dafür aber beim Gold von 54 auf 60,3 Prozent. Bei Consensus sind es im Edelmetall nun 70 Prozent, von 64 Prozent kommend. Man sollte insofern also wachsamer werden, allesamt sind wir aber noch nicht bei Werten angekommen, die ein zwingendes Ende der Aufwärtstrends bedeuten. Das übergeordnete Stimmungsbild ist auch nach wie vor sehr verhalten. Weder Gold – noch DAX 8000-Titelblätter sehe ich derzeit. Viele Anleger dürften insofern noch deutlich zu vorsichtig positioniert sein.

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