Wiedererwachtes Edelmetall

NL_goldWer zum Jahreswechsel die Prognosen der Experten zum Gold studiert hat, der konnte eigentlich keinen Pfifferling mehr auf das gelbe Edelmetall setzen. Unisono gab es den großen Abgesang angeführt von so großen Namen wie der Investmentbank Goldman Sachs. Inflation sei nicht in Sicht und die Euro- und Finanzkrise gebannt. Vor diesem Hintergrund gäbe es keinen Grund mehr, auf Gold zu setzen. Als nächstes Kursziel wurden 1.000 US-Dollar pro Feinunze aufgerufen. Doch an der Börse kommt erstens alles anders und zweitens als man denkt. Jedem Ausbruch nach unten folgten deutliche Erholungen und mittlerweile hat der Goldpreis seinen Abwärtstrend verlassen und mit ihm auch die Goldminenaktien. Er notiert nun wieder über der 200-Tage-Linie, so dass die Charttechniker ins Grübeln über die weitere Zukunft geraten, während die fundamentalen Analysten in der Mehrheit skeptisch bleiben. Das ist gut so, denn die Hausse klettert bekanntlich an einer Mauer der Ängste empor. Die quantitativen Stimmungsindikatoren sind von ihren Tiefs zwar deutlich gestiegen, bewegen sich historisch aber immer noch auf sehr verhaltenem Niveau, so dass auch hier von Euphorie keine Rede sein kann.

Es ist typisch für eine Erholung, die einem langen enttäuschenden Abwärtstrend folgt, dass dieser zunächst nicht über den Weg getraut wird. Dennoch sollten Goldanleger auf Rückschläge gefasst sein. Denn Gold ist wiedererwacht, aber nicht wiederentdeckt worden. Was meine ich damit? Wiederentdeckt werden Märkte, die über Jahre keine Beachtung mehr fanden, weil sie nur noch seitwärts oder abwärts liefen und auf die Dauer auch die letzten Optimisten vergraulten. So war es mit Gold im Jahr 2001 als die Aufwärtsbewegung begann. Bis dahin war der Preis von 1980 an per Saldo immer weiter gefallen, mithin gut 20 Jahre. Das überlebt kein Bulle. Edelmetalle waren schlichtweg kein Thema. Empfehlungen, einen festen Anteil seines Vermögens in Gold anzulegen, wie sie Anfang der 80er Jahre Gang und Gäbe waren, waren völlig obsolet. Die ersten Jahre der Erholung wurden daher auch von der Öffentlichkeit und der Anlegerschafft gar nicht wahrgenommen. Erst als Gold im Jahr 2005 Richtung 500 Dollar vorstieß, regte sich das erste Interesse.

Das ist diesmal ganz anders. Trotz der doch sehr massiven Korrektur ist das Interesse für das gelbe Metall immer noch riesengroß. Jede Woche wird die Preisentwicklung diskutiert. Und auch wenn derzeit noch Skepsis herrscht, ist davon auszugehen, dass der nun wieder steigende Kurs sofort wieder Spekulanten anlockt, die an der Erholung teilhaben wollen. Das macht den Markt anfällig für Rückschläge, weil diese Käufer in der Regel mit höheren Hebeln und Stopp-Loss-Aufträgen unterwegs sind. Beginnt der Preis zu fallen, ziehen sie die Reißleine und verstärken damit den Abwärtstrend.

Längerfristig bietet Gold sowieso gute Chancen und selbst in 2014 könnte das Krisenmetall positiv überraschen. Zwar mangelt es noch an einem neuen handfesten Krisenszenario und Inflation ist derzeit überhaupt kein Thema, die Mittelabflüsse aus börsengehandelten Gold-ETFs scheinen aber trotz dessen ihr Ende zu finden. Ein Drittel des investierten Kapitals war aus diesen Goldfonds im vergangen Jahr abgezogen worden. Diesem abebbenden Angebot steht nun eine stark steigende Nachfrage aus Fernost, insbesondere aus China gegenüber. Aktien fallen dort seit Jahren und haben die Gunst verloren, Immobilienkäufe werden limitiert und so bleibt vor allem Gold als Schutz vor Inflation.

Mein Fazit: Gepaart mit der verhaltenen Stimmung erscheint ein Einstieg auf heutigem Niveau damit immer noch günstig. Kurzum: Gold bleibt für mich ein wichtiger Bestandteil jedes Depots.

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