Nach schwacher Eröffnung hat sich der DAX heute Morgen wieder deutlich erholt, um dann wieder genauso schnell einzubrechen. Er ist damit wieder einmal ein Abbild des Euro-Kursverlaufes, wenngleich er – und dass ist das interessante- relative Stärke gegenüber dem Euro zeigt. Zum gestrigen Zeitpunkt notierte die Gemeinschaftswährung nämlich rund einen Cent höher bei diesem DAX-Stand. Beim Gold sieht es ähnlich aus. Auch das fällt nicht mehr groß, obwohl der Euro per Saldo in den vergangenen Tagen stark verloren hat. Das ist an sich ein gutes Zeichen, muss aber nicht zwingend bedeuten, dass die Kurse nur noch wenig fallen können. Häufig ist auch zu beobachten, dass ein Markt eine Zeit lang derartige relative Stärke zeigt, bei einer weiter anhaltenden Belastung, dann aber doch massiv einbricht. Insofern kommt dem Euro nun eine Schlüsselrolle für die Tendenz am Aktien- und Goldmarkt zu. Fällt er weiter, dann dürften beide irgendwann wieder kräftiger verlieren. Erholt er sich aber, dann sollte die Aufwärtsbewegung in beiden Märkten massiv sein. Denn ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass vor allem die Mehrheit der Aktienanleger völlig unterinvestiert ist. Nichtsdestotrotz muss man also die Richtung des Euros bestimmen, will man am Aktienmarkt richtig liegen. Und wie sieht es hier aus? Auch dieser zeigt ja relative Stärke gegenüber der Schuldenkrise. Wurden in der Griechenland-Krise im Frühjahr 2010 noch Kurse von unter 1,20 zum Dollar erreicht, hat er in dieser Krise, die ja viel bedrohlicher erscheint, bisher die 1,30 nicht unterschritten. Dennoch ist die Stimmung katastrophal schlecht und das schon seit Monaten. Das ist nur verständlich, weil die politische Situation geradezu ausweglos erscheint. Die immer weiter steigenden Zinsen für die Euro-Peripherie-Länder machen die Defizite insbesondere für Italien erst zum wirklichen Problem, weil die Refinanzierung unfinanzierbar wird. Verkäufer der Anleihen dürften vor allem die Banken sein, die quasi gezwungen werden, hier auszusteigen, weil sie schließlich ihre Eigenkapitalquote erhöhen sollen. Einzige Lösung wäre eine Vergemeinschaftung aller Schulden – also Eurobonds. Doch dagegen spricht bei aller Sympathie für Europa die Tatsache, dass es in einer Staatengemeinschaft aus souveränen Demokratien es in letzter Konsequenz keine Instanz gibt, die die einzelnen Staaten zwingen könnte, sich wirklich an Haushaltvorgaben zu halten. Brüssel hat am Ende kein Mittel, um dies durchzusetzen.
Auch ich muss zugeben, bei allem positiven Denken, das mir zu eigen ist, dass die Situation extrem schwierig und ausweglos erscheint. Und die Probleme werden uns mit Sicherheit auch immer wieder einholen. Doch es ist eben auch eine Tatsache, dass in dem Moment, wo alle Fakten dafür sprechen, dass es eigentlich nur noch eine Richtung geben kann, und dies auch allgemeiner Konsenz ist, ein Markt meistens am Wendepunkt steht. weiterlesen







